Breitbandversorgung in ländlichen Räumen

Die Bedeutung einer flächendeckenden Breitbandversorgung steht heute außer Zweifel. Die Verfügbarkeit entsprechender Anschlussmöglichkeiten ist ein wichtiger Standortfaktor. Breitband-Internet erschließt neue Märkte und Angebote. Es sorgt für wirtschaftliches Wachstum sowie neue Arbeitsplätze.

Für den Verbraucher bedeutet Breitband mehr Komfort, größere Vielfalt und eine höhere Qualität der Inhalte. Deshalb müssen die Lücken in der Breitbandversorgung, wie es sie insbesondere im ländlichen Raum immer noch gibt, möglichst bald geschlossen werden. Die Breitbandstrategie der Bundesregierung, die vorsieht, dass bis Ende 2010 flächendeckend leistungsfähige Breitbandanschlüsse zur Verfügung stehen, ist deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, wird aber zunächst nur eine Grundversorgung sicherstellen. Dabei darf nicht stehen geblieben werden. Schon heute ist absehbar, dass innovative Internetdienste wie eGovernment, eHealth oder eLearning stetig steigende Übertragungsraten erfordern werden.

Das Ziel muss daher sein, auch in ländlichen Räumen Anschlüsse mit Übertragungsraten von 50 Mbit/s und mehr zu verwirklichen, wie das nach den Ankündigungen der Bundesgierung im Jahr 2014 für 75 Prozent der Haushalte erreicht sein soll. Von dieser Entwicklung darf der ländliche Raum nicht abgeschnitten werden. Die Landkreise wirken im Rahmen ihrer Ausgleichs- und Ergänzungsfunktion sowie im Wege der regionalen Wirtschaftsförderung vielfach beim Breitbandausbau mit und werden alles tun, damit die in der Breitbandstrategie formulierten Ziele erreicht werden können.

Die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Landkreistags ist in einer Arbeitsgruppe vertreten, in der unter Leitung des Bundesministeriums für Wirtschaft Handlungsempfehlungen zur Breitbandversorgung erarbeitet werden.

 
Informationen des Deutschen Landkreistags zum Thema:

 
Best-Practice-Beispiele aus Landkreisen:


Hochsauerlandkreis:
Der Hochsauerlandkreis hat ein Infrastrukturgesellschaft ins Leben gerufen, die im Kreis ein Telekommunikationsnetz betreibt und an Diensteanbieter vermietet, die den Bürgern entsprechende Angebote unterbreiten.

 


Werra-Meißner-Kreis:
Unter Einbeziehung der Breitbandförderung durch das Land Hessen erfolgt derzeit der Netzausbau in über 60, zum Teil auch sehr kleinen Ortschaften mit unter 500 Einwohnern. Der Landkreis wird nach Abschluss der Maßnahme im August 2009 flächendeckend den Bürgern und Betrieben ein hochwertiges und zukunftsweisendes Breitbandangebot bieten können. Die Einbeziehung vorhandener Infrastrukturelemente, deren Ausbau und die Erweiterung mit hochwertiger, aber kostengünstiger Funktechnik haben für den Kreis eine optimale Lösung ergeben, die in dieser Form auch in anderen Regionen realisiert werden kann.
 


Kreis Soest:
Der Kreis Soest hat ein Konzept zur kurzfristigen Schließung von Breitbandlücken und zu den langfristigen Perspektiven einer angemessenen Versorgung in ländlichen Räumen entwickelt.

 


Kreis Borken:
Der Kreis Borken verfolgt das Konzept eines „offenen Netzes“. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass die Gemeinden über ihre Stadtwerke unter Koordination des Kreises die Netzinfrastruktur bereitstellen, die im Anschluss an Telekommunikationsunternehmen und andere vermietet wird.

 


Landkreis Kusel :
Für den Landkreis Kusel liegt ein Dokumentation vor, die Auskunft über die notwendigen und gleichzeitig sehr umfangreichen Vorarbeiten zur Erfassung der Versorgungssituation und der Bedarfsermittlung von Breitbandanschlüssen im Landkreis gibt.. Weiterhin werden Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, das Ziel der flächendeckenden Breitbandversorgung des Projektgebietes unter Einsatz einer effizienten und wirtschaftlichen Technik sicher zu stellen.
 


Landkreis Harz:
Im Landkreis Harz wurde unter Beteiligung des Landkreises die Breitbandmodellregion Harz ins Leben gerufen. Die Breitbandmodellregion Harz gehört zu den Best Practice Beispielen, die auf dem Internetportal des BMWi www.zukunft-breitband.de präsentiert werden.
 


Landkreise Heidenheim, Lörrach und Rottweil:
Die Landkreise Heidenheim, Lörrach und Rottweil haben ein Projekt initiiert, das Lösungsansätze für eine flächendeckende Breitbandinfrastruktur erarbeiten soll. Ausgehend von vorhanden Infrastrukturen – insbesondere auch Leerohren – wird untersucht, wo im bestehenden Netz ergänzende Erschließungen mit unterschiedlichen Techniken möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind.

 


Landkreis Passau:
Der Landkreis Passau hat eine Koordinierungsstelle für die 38 Gemeinden seines Kreisgebiets eingerichtet, um ein gemeinsames Vorgehen sicherzustellen. Gemeinsam wurde durch eine Umfrage der Bedarf vor Ort ermittelt und nach eigenwirtschaftlichen Lösungen für die jeweilige Versorgungsproblematik gesucht. Da dies nicht überall möglich war, wird der Landkreis in erheblichem Umfang Eigenmittel zur Förderung der Breitbanderschließung zur Verfügung stellen.

 


Landkreis Potsdam-Mittelmark:
Im Landkreis Potsdam-Mittelmark wurde gemeinsam mit einem regionalen Unternehmen ein PPP-Projekt mit dem Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung gegründet. Das Unternehmen ist für die technische Realisierung verantwortlich, trägt das finanzielle Risiko und legt die Reihenfolge der zu versorgenden Orte fest. Der Landkreis unterstützt das Unternehmen bei der Akquise von Kunden, in behördlichen Genehmigungsverfahren oder bei der Suche nach Standorten für Funkmasten.

 


Landkreis Oberhavel:
Im Landkreis Oberhavel hat sich die kreiseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft zusammen mit der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e. V. des Themas angenommen und einen Anbieter ausfindig gemacht, der – auf der Basis von Richtfunk – die Versorgung übernimmt.

 


Kreis Ahrweiler:
Im Rahmen der Initiative „DSL für alle“ von Landrat Dr. Jürgen Pföhler hatte die Kreisverwaltung Ahrweiler Bürgermeister, Wasser- und Energiever- sowie Abwasserentsorger, Straßenbaubehörden und Telekommunikationsunternehmen zu einer „Versorgerkonferenz“ als Grundlage einer verbesserten Abstimmung bei Tiefbaumaßnahmen eingeladen. Ziel dieser Konferenz war die Sensibilisierung der Versorger zur Mithilfe beim weiteren Ausbau der Breitbandinfrastruktur im Kreis Ahrweiler durch Abstimmung und Koordinierung zur (Mit-) Verlegung entsprechender Leerrohre sowie der Bereitstellung eigener Netze. Als ein Ergebnis der Konferenz erstellt die Kreisverwaltung Ahrweiler jetzt einen (GIS-basierten) Atlas, der die im Kreisgebiet vorhandene Infrastruktur sowie die von den Versorgern beabsichtigten Ausbaumaßnahmen abbildet. Auf dieser Grundlage koordiniert die Kreisverwaltung sodann den weiteren Breitbandausbau.
 

 

 
Über die Best-Practice-Beispiele hinaus engagieren sich zahlreiche Kreise für den Breitbandausbau. Hier eine Auswahl:

* Best-Practice-Beispiele aus Landkreisen

 
Weiterführende Informationen:

 
Links:

  • Das Breitbandportal des Bundesministeriums für Wirtschaft mit zahlreichen weiterführenden Hinweisen, Best-Practice-Beispielen und Checklisten. Die Seite bietet insbesondere auch Zugang zur Breitbandbedarfsdatenbank, zum Breitbandatlas und zur Förderdatenbank des Bundes mit Informationen zu den verschiedenen Förderprogrammen des Bundes für den Breitbandausbau.

  • Hilfreich ist auch die Seite der Deutschen Breitbandinitiative

  • Auch in fast allen Bundesländern gibt es mittlerweile eigene Breitbandportale: