T + - reset
Sie befinden sich hier > Startseite > Themen > Internationale Grüne Woche > DLT auf der Grünen Woche 2009

Landkreise verbinden
Landkreistag präsentierte mit 19 Landkreisen breite Palette von ländlichen Themen auf der Internationalen Grünen Woche

Von Dr. Markus Mempel, Berlin

Nach dem erstmaligen und erfolgreichen Auftritt von Landkreisen im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) vor einem Jahr unter dem Dach des Deutschen Landkreistages (DLT) luden auf der diesjährigen IGW vom 16. bis 25.1.2009 insgesamt 19 Landkreise die Messebesucher an den DLT-Stand in Halle 21b ein. Täglich wechselnd stellten wieder jeweils zwei Landkreise den Messebesuchern ihre Projekte, Themen und Initiativen vor. Die Angebote konnten im Vergleich zum Vorjahr noch verbessert werden und vermittelten neben lebenswertem Landleben auch vielgestaltige Konzepte im Umgang mit z.B. demografischen Herausforderungen, dem Ausbau von Breitbandinternet in der Fläche oder Fragen der Energieversorgung der Zukunft. Die Resonanz bei Messebesuchern und Fachpublikum war äußerst positiv. Zudem statteten mehrere Ministerpräsidenten, Landes- und Bundesminister dem DLT-Stand einen Besuch ab.

Weltagrargipfel und Publikumsmagnet
Für die Agrarpolitik und die Spitzenvertreter der Land- und Ernährungswirtschaft ist sie der Weltagrargipfel, für Hunderttausende Verbraucher ein Publikumsmagnet mit hohem Erlebniswert: Die 74. Internationale Grüne Woche Berlin 2009 hat ihren Stellenwert als weltweit bedeutendste agrarpolitische Veranstaltung und größte Verbraucherschau einmal mehr unter Beweis gestellt. Die Messe Berlin als Veranstalterin wertete die diesjährige IGW – trotz abflauender Konjunktur – als einen Meilenstein in der Geschichte der Grünen Woche.

220 Spitzenpolitiker aus dem In- und Ausland besuchten die Messehallen unter dem Funkturm, unter ihnen sogar der russische Ministerpräsident Wladimir Putin. Insgesamt 403.000 Besucher wurden in den zehn Messetagen gezählt, darunter 115.000 Fachbesucher. Zusätzlich zum Besucheraufkommen hielten sich im Tagesdurchschnitt rund 12.000 Beteiligte wie Aussteller, Standpersonal und Medienvertreter in den Messehallen auf. Die Präsenz von über 5.000 akkreditierten Journalisten aus 71 Ländern sorgte für eine breite Berichterstattung.

DLT-Stand mit verbessertem Konzept und mehr Ausstellungsfläche
Auch der Deutsche Landkreistag blickt zurück auf eine erfolgreiche Ausstellung. Wie im letzten Jahr beteiligten sich insgesamt 19 Landkreise unter dem Dach des DLT an der Sonderschau in Halle 21b mit dem Titel „LebensTraum Dorf“. Als übergreifendes Motto für den DLT-Stand wurde „Landkreise verbinden“ gewählt, um verschiedene Aspekte im ländlichen Raum zu veranschaulichen, die durch die Landkreise als Sachwalter und Gestalter in der Fläche erfolgreich verbunden werden. Neben kulinarischen und touristischen Streifzügen wurde vor diesem inhaltlichen Hintergrund vor allem veranschaulicht, auf welche Weise es gelingen kann, Stadt und Land, DSL und Fläche, Hightech-Industrie und dörfliche Strukturen, Kultur und ländlichen Raum sowie Wettbewerbsfähigkeit und demografischen Wandel lebenswert miteinander zu verbinden.

Dieser weiterentwickelte konzeptionelle Ansatz konnte aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr großzügigeren zeitlichen Vorlaufs besser ausgestaltet, koordiniert und umgesetzt werden. Zudem stand in diesem Jahr eine räumlich erweiterte Standfläche für die Präsentationen zur Verfügung. Als Publikumsmagneten dienten mehr noch als im Vorjahr Mitmach-Aktionen, Gewinnspiele, Wissens- und Geschicklichkeitswettbewerbe, Kostproben regionaler Spezialitäten, kulturelle Darbietungen u.v.m. Dem DLT wurden von verschiedener Seite sehr gute Noten im Hinblick auf den Auftritt und das Standprogramm ausgestellt; die gewählte Konzeption mit täglichen Programmwechseln und die in starkem Maße motivierten Mitarbeiter, Handwerker, Unternehmer und Künstler hätten erheblich zum Gelingen der Gesamtpräsentation in Halle 21b beigetragen. Das notwendige Maß an Kontinuität in der Standbetreuung stellte DLT-Referent Dr. Markus Mempel sicher, der die ausstellenden Landkreise im Vorfeld sowie durchgehend auf der Messe betreute und koordinierte.

Neben dem täglich wechselnden Standprogramm und den zahlreichen kulturellen und inhaltlichen Darbietungen von Landkreisen auf der Landschau-Bühne in Halle 21b bot der DLT in Kooperation mit der Agrarsozialen Gesellschaft zudem zwei Diskussionsrunden zu den Themen Bildung im ländlichen Raum und Breitbandversorgung in der Fläche an. Damit konnte auch dieser Aspekt im Vergleich zum Vorjahr weiter ausgebaut werden. Eine Fortführung erfuhr auch das bereits im letzten Jahr angebotene und gemeinsam mit sechs weiteren Verbänden und Institutionen durchgeführte Fachforum im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Titel der auch in diesem Jahr gut besuchten Begleitveranstaltung war „Intelligentes Flächenmanagement senkt den Flächenverbrauch“.


Eine ereignisreiche Woche
Aufgrund der Vielfalt des täglich gebotenen Standprogramms und der fachlichen und politischen Kontaktpflege sollen im Folgenden die einzelnen Messetage chronologisch aufgeführt werden.

Freitag, 16.1.2009: Partnerkreise Minden-Lübbecke und Uckermark verbinden viele Initiativen
Mit Schwung begann der erste Messetag. Zu Gast am Stand waren die Landkreise Minden-Lübbecke (Nordrhein-Westfalen) und Uckermark (Brandenburg), deren Landräte Dr. Ralf Niermann und Klemens Schmitz eine Reihe gemeinsamer Initiativen vorstellten. Dazu zählten beispielsweise ein Projekt zur Breitbandversorgung im ländlichen Raum, landtouristische und kulinarische Angebote für gestresste Städter und abwechslungsreiche Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Highlight war zweifelsohne die Draisine, die im Auenland der ganzen Familie Gelegenheit bietet, per Muskelkraft auf Schienen zu fahren – und das über 14 km.

Die Partnerkreise füllten damit das Standmotto „Landkreise verbinden“ sehr anschaulich aus und verbanden so etwa Stadt und Land, Fläche und Internet sowie Augen und Gaumen. Nicht fehlen durften natürlich die jeweiligen Regionalmarken „Mühlengarten“ und „UCKERMARK“, die für kontrollierte Qualität regionaler Spezialitäten ebenso stehen wie für eine generelle Vermarktung der Landkreise als starker und attraktiver Lebens-, Wirtschafts-, Kultur- und Naturraum. Ebenso wurde das gebietsbezogene, integrierte Entwicklungskonzept des „Bündnis Ländlicher Raum im Mühlenkreis“ aus Minden-Lübbecke präsentiert, ein Zusammenschluss von derzeit 108 Mitgliedern sowie ca. 100 weiteren kooperierenden Partnern, die sich für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung im ländlichen Raum einsetzen. Diese Angebote wurden auch von der niederländischen Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg und dem nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg in Augenschein genommen, die dem Stand einen Besuch abstatteten und sogar auf der Draisine in die Pedale traten.

Samstag, 17.1.2009: Darmstadt-Dieburg und Schmalkalden-Meiningen – High-Tech aus dem ländlichen Raum
Die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Schmalkalden-Meiningen zeigten, wie viel High-Tech im ländlichen Raum steckt. Darmstadt-Dieburg reiste mit der Firma Riegler an, die im Landkreis High-Tech-Produkte zur Überprüfung der Sauberkeit von Oberflächen für die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie herstellt. Kernstück des Auftritts war die Demonstration eines Hygieneschnelltests, mit dem Messebesucher die Sauberkeit ihrer Hände überprüfen lassen konnten – mancher Besucher war sehr erstaunt, wie viel Schmutzpartikel sich noch auf seiner frisch gewaschenen Hand befunden haben. Davon konnte sich auch der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher überzeugen. Der Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Ralf Luther, erläuterte daneben, wie die Firma GEOTEX Produkte aus Schafwolle produziert, die in der Thüringer Rhön gewonnen wird. Die Messebesucher konnten sich in diesem Zusammenhang anhand einer aus Schafwolle gewonnenen Erosionsschutzmatte für den Landschafts- und Gartenbau selbst davon überzeugen, wie vielfältig der Naturrohstoff Schafwolle einsetzbar ist.

Abgerundet wurde das Standprogramm durch regionale Spezialitäten aus den Landkreisen – vor allem ließen sich viele Besucher den „Rhöntropfen“, einen Kräuterlikör, schmecken. Weitere Gäste am Stand waren der Landrat des Landkreis Gotha, Konrad Gießmann, sowie der ehemalige thüringische Kultusminister, Prof. Dr. Jens Goebel. Sogar die Finanzministerin und derzeitige geschäftsführende Regierungschefin des Freistaates Thüringen, Birgit Diezel, schaute am Stand vorbei.

Sonntag, 18.1.2009: Kreis Plön mit zwei Burgen im Gepäck
Know-how und High-Tech bildeten auch die Überschrift für den nächsten Messetag. Der Kreis Plön präsentierte das Klimaschutz-Technologiezentrum Blomenburg, das jungen, innovativen Unternehmen und Existenzgründern eine optimale Basis für ihre Entwicklung und Ansiedlung in der ländlichen Region bietet. Vorgestellt wurde ein Infrastrukturprojekt im Kreis mit innovativen Siedlungskonzeptionen sowie das Modell einer Wärmetauschanlage zur alternativen Energieversorgung von Gebäuden.

Des Weiteren wurde die Turmhügelburg Nienthal von drei mittelalterlich gekleideten Mitarbeiten dieser Tourismus- und Veranstaltungsdestination beworben. Präsentiert wurde Mittelalterliches zum Anfassen. Ziel des die Turmhügelburg betreibenden Fördervereins ist es, die Burg anhand historischer Vorbilder zu erhalten und mit Leben zu erfüllen. Ein mittelalterliches Zentrum und Museum auf der Anlage leistet so einen Beitrag zur touristischen Belebung in der Region. Landrat Dr. Volkram Gebel konnte am Stand u.a. den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten, Peter-Harry Carstensen, den Chef der Kieler Staatskanzlei, Heinz Maurus, sowie die Präsidentin des schleswig-holsteinischen LandFrauenVerbandes, Helga Klindt, begrüßen.

Montag, 19.1.2009: Geballte Kraft aus Brandenburg mit Barnim und Elbe-Elster
Passend zum Brandenburg-Tag in Halle 21b und dem am Abend stattfindenden Empfang in der Brandenburg-Halle ging es am Montag auch am Stand des DLT brandenburgisch zu: Die Landkreise Barnim und Elbe-Elster waren ein regelrechter Publikumsmagnet mit ihren zahlreichen Darbietungen handwerklichen und kulinarischen Geschicks.

Der Landkreis Barnim stellte das Vernetzungsprojekt „Geopark - regionale Kooperation über Kreis-, Landes- und Staatsgrenzen hinweg“ vor. Zur Veranschaulichung des Zusammenwirkens unterschiedlicher Akteure als Basis für die bestmögliche Nutzung des landschaftlichen und wirtschaftlichen Potenzials im Geopark „Eiszeitland am Oderrand“ konnten sich die Messebesucher mit der historischen Holzschuhproduktion und dem traditionellen Steinschlägerhandwerk - beides live an Ort und Stelle vorgeführt - vertraut machen. Vor allem Kinder und Jugendliche konnten ihre Treffsicherheit beim Holzschuhzielwerfen testen - schon bei einem Treffer von drei geworfenen Bällen wartete auf Sie eine kleine Belohnung. Stimmungsvoll waren hierbei auch die in Tracht gekleideten Damen aus Friedrichswalde, wo die Holzschuhe als Tradition gepflegt und produziert werden; da wurde auch schon mal am Stand mit dem Publikum getanzt und nach Klängen vom Akkordeon die Landeshymne „Märkische Heide, märkischer Sand“ zum Besten gegeben. Äußerst interessant war auch die Darbietung des Steinschlägers Matthias Schmidt, der am Stand große Feldsteine spaltete. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, der dem Stand einen ausführlichen Besuch abstattete, hatte eine Reihe von Fragen an den Handwerker und spaltete sogar eigenhändig einen Stein mit einem großen Vorschlaghammer.

Der Ministerpräsident überzeugte sich zudem vom Angebot der Südbrandenburger aus Elbe-Elster, die mit ihrem Landrat Klaus Richter nach Berlin gekommen waren. Der Koch des Gasthauses „Zum Eichhörnchen“ in Reichenhain, Matthias Eichhorn, hatte eine mobile Schauküche aufgebaut, in der er interessante Kreationen aus Karpfen, Kürbis und Gemüse zubereitete und den Besuchern anbot. Unterstützt wurde Herr Eichhorn dabei von einer Ratte in Puppenspielerhand, die ihm die eine oder andere Zutat reichte und um einen frechen Kommentar niemals verlegen war. Bei dieser Gelegenheit wurde dem brandenburgischen Ministerpräsidenten auch gleich noch das „Elbe-Elster-Kochbuch“ überreicht mit einer Fülle von Rezepten aus der Region.

Dienstag, 20.1.2009: Region Stettiner Haff präsentiert sich kulinarisch
Am Dienstag wurde der DLT-Stand von Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Die Landkreise Uecker-Randow und Ostvorpommern präsentierten sich als Region mit Zukunft – in kulinarischer, wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht. Spezialitäten aus der Gutsbrennerei Zinzow gehörten ebenso dazu wie Kostproben des Straußenzuchtbetriebes Owstin, der u.a. Straußenfleisch, Straußenwurst und andere Fleischwaren in handwerklicher Tradition herstellt. Zudem präsentierte die Bauerngarten-Manufaktur vielfältige Naturprodukte aus der Region. Davon konnte sich auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries überzeugen, die von DLT-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Hans-Günter Henneke und den gastgebenden Landräten Dr. Volker Böhning (Uecker-Randow) und Dr. Barbara Syrbe (Ostvorpommern) am Stand begrüßt wurde. Besonderes Augenmerk richtete Frau Zypries daneben auf die Arbeit der Berufsschule des Landkreises Uecker-Randow, deren kunstfertige Schüler aus Zucker die schönsten Figuren und Pflanzen herstellten.

Für den musikalischen Rahmen sorgte eine mittelalterliche Folkloregruppe sowie die Männersinggruppe „De Strandfichten“, die Seemannslieder auf der Bühne vortrug. Später am Nachmittag konnte auch noch Till Backhaus, Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, begrüßt werden, der sich ein eigenes Bild vom Auftritt der beiden norddeutschen Kreise machte.

Dargestellt wurde die Region Stettiner Haff daneben auch als Modellregion im Rahmen des Modellvorhabens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung „Region schafft Zukunft“, das zum Ziel hat, Zukunftschancen in Anbetracht der erheblichen demografischen Herausforderungen zu erschließen. Diese Erfahrungen aus dem Modellvorhaben sollen in ganz Deutschland in ländlichen Regionen mit vergleichbaren demografischen Bedingungen helfen, den wirtschaftlichen und demografischen Wandel aktiv zu gestalten. Das Modellvorhaben läuft noch bis Mitte 2009.




Mittwoch, 21.1.2009: Hohenlohe und Schwäbisch-Hall brachten das Ländle nach Berlin
Am Mittwoch hatte der Deutsche Landkreistag die baden-württembergischen Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch-Hall zu Gast. Sie stellten die Genussregion Hohenlohe mit vielen regionalen Spezialitäten - Wein und Wurst waren nur einige davon - vor und luden die Messebesucher ein, dieses schöne Fleckchen Deutschlands zu besuchen. Attraktiv ist auch das kulturelle Angebot in der Region: Der Hohenloher Kultursommer verbindet anspruchsvolle Musik mit malerischer landschaftlicher Kulisse. Dies wurde für die Besucher am Stand greifbar, als der Harfenbauer Eric Wilhelm Kleinmann aus Rangendingen vor den Augen des interessierten Publikums wichtige Arbeitsschritte bei der Entstehung eines solchen Instruments vorführte. Seine Frau sorgte für die passende musikalische Untermalung auf - natürlich - einer Harfe. Ein Nachtwächter in historischer Kleidung lockte zudem die Besucher an den Stand und stellte außerdem auf der Hallenbühne Nachtwächterlieder und -gedichte als einer der wenigen noch existierenden Vertreter dieser Zunft vor.

Aber auch in sportlicher Hinsicht wurde viel geboten: So präsentierte der Landkreis Schwäbisch-Hall seinen Energieerlebnistrainer - ein modifizierter Heimtrainer mit Schwungrad und Gleichstromgenerator. Die Übersetzung wurde so gewählt, dass bei einer Trittfrequenz von ca. 60 Umdrehungen pro Minute eine Spannung von 12 V erzeugt wird. So konnten die Besucher durch die Bewegungsenergie einen Radiorecorder, einen Halogenstrahler, eine Energiesparlampe und einen Wasserkocher, der von der Leistung her einem Computer entspricht, betreiben. Dies ist Teil eines Projekts, in dem Schüler ab der 5. Klassenstufe über die Möglichkeiten der regenerativen Energieerzeugung informiert werden.

Zudem bot der Deutsche Landkreistag in Kooperation mit der Agrarsozialen Gesellschaft auf der Hallenbühne eine Diskussionsrunde zum Thema Bildung im ländlichen Raum mit dem Titel „Kluge Köpfe braucht das Land“ an. Winfried Willems, Bildungsstaatssekretär im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Ulrich Gerstner, Landrat des Salzlandkreises, Hans-Benno Wichert, Bildungsbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes und Christian Vieth von der Bundesarbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend auf dem Lande sprachen ausführlich über das Bildungsangebot im ländlichen Raum. Es wurde deutlich, dass Bildung neben der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region eine der wichtigsten Zukunftsfaktoren für die Perspektiven ländlicher Gebiete ist. Diskutiert wurden darüber, welche aktuellen Entwicklungen zu beobachten sind, wie sich diese auf Bildung und Qualifizierung auswirken und wie Bildungsstrukturen und -ressourcen in ländlichen Gebieten nachhaltig gesichert werden können. Dabei waren sich alle Beteiligten einig, dass die Schule unbedingt im Dorf bleiben muss.

Donnerstag, 22.1.2009: Raus aufs Land mit Rottal-Inn und Forchheim
Beide bayerischen Landkreise ließen am Donnerstag keinen Zweifel daran, dass sie neben viel Natur auch Kultur, Kulinarik, Gesundheit und Genuss zu bieten haben. Der Landkreis Forchheim aus Oberfranken präsentierte sich mit seinen regionalen Spezialitäten wie bspw. dem sog. Charlemagner, einem Apfelsekt aus der fränkischen Schweiz. Daran erfreuten sich viele Messebesucher. Für einen ganz anderen Genuss sorgte das Trio „Bammersdorfer Dreigesang“, das mehrere Male auf der Hallenbühne seinen schönen a cappella-Gesang vortrug. Außerdem präsentierte Landrat Reinhardt Glauber den Landkreis Forchheim als Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim und informierte die interessierten Besucher, wie es dem im Oktober 2002 gegründeten Netzwerk gelingt, im Wege eines integrierten Regionalmanagements die Region wirtschaftlich zu entwickeln und voranzubringen.

Kulturell ging es beim Landkreis Rottal-Inn zu. Hier präsentierte sich das Theater an der Rott – das einzige landkreiseigene Theater bundesweit – und die Rottal Terme in Bad Birnbach. Das Theater war vertreten durch den Oberspielleiter und den Theaterintendanten, die zur Freude aller auf der Hallenbühne ein historisches Fechtspektakel in voller Montur vorführten. Von der Rottal Terme wurden zudem Sitzmassagen angeboten, was während der Messe durchgängig von vielen Messemüden in Anspruch genommen wurde und ein entspanntes Lächeln auf deren Gesichter zurückkehren ließ.

Freitag, 23.1.2009: Harz und Konstanz spannten weiten thematischen Bogen
Am Freitag luden die Landkreise Harz und Konstanz zu einer Reise vom sachsen-anhaltinischen Mittelgebirge bis hinunter zum Bodensee ein. Das Uhu-Gut Binder bot auf Weißbrot angerichteten geschmolzenen Raclette-Käse an, von dem im Verlauf des Messetages insgesamt 750 Portionen an das Publikum verteilt wurden. Produktion und Vermarktung dieser regionalen Spezialität sind Bestandteil des sog. PLENUM-Konzepts des Landkreises, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Region nachhaltig zu entwickeln und zu stärken.

Nach diesem herzhaften Gaumenschmaus hatten die Messebesucher verständlicherweise Durst, der von den Mitarbeitern des Harzer Unternehmens „Blankenburger Wiesenquell“ umgehend gestillt wurde. Für einen runden Abschluss sorgte dann noch die Harzer Likörfabrik, die ihr großes Sortiment an Obstbränden - von „Ritter Bodo“ bis „Harzer Kräuterhexe“ - zur Verkostung anbot, um den Besuchern den Harz auch geschmacklich näher zu bringen. Von diesen Spezialitäten konnten sich auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der thüringische Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar überzeugen, die vom Harzer Landrat und DLT-Vizepräsidenten Dr. Michael Ermrich an den Stand eingeladen wurden.

Das Programm war aber auch inhaltlich anspruchsvoll, stellte der Landkreis Harz doch ein Modellprojekt zur besseren Versorgung der Region mit Breitbandinternet, das von der Hochschule Harz betreut wird, sowie eine preisgekrönte Initiative zum Ausbau regenerativer Energien (Regenerative Modellregion Harz) vor. Damit passte die erste Initiative hervorragend zur auf der Hallenbühne geführten und vom Deutschen Landkreistag zusammen mit der Agrarsozialen Gesellschaft konzipierten Diskussion mit dem Titel „Wir verbinden...“, die sich mit dem Breitbandausbau im ländlichen Raum befasste. Neben Anne Hartmann, der Bundesvorsitzenden des Bundes der deutschen Landjugend, Hartwig Timpe von der Telekom AG, einem Harzer Breitbandfachmann und einem Unternehmer aus der Region gewährten die Landräte Frank Hämmerle (Konstanz) und Horst Schnur (Odenwaldkreis) Einblick in Stand und Perspektiven der Versorgung ihres jeweiligen Landkreises mit schnellem Internet.

Für die kulturelle Flankierung sorgten an diesem Tag neben der schon aus dem Vorjahr bekannten Harzer Hexe der Harzer Jodlermeister Andreas Knopf mit seiner Singpartnerin Martina Weber sowie das Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt/Quedlinburg, das die Besucher begeisterte und den Messetag mit einem schrillen Schlagerpotpourri beschloss.

Samstag, 24.1.2009: Bad Tölz-Wolfratshausen und Regen verbinden Tradition mit Innovation
Der besucherstarke zweite Samstag wurde von den bayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Regen gestaltet. Regen verband Tradition und Innovation und stellte eine Verbindung her zwischen dem Glashandwerk und dem Landkreis als Forschungsstandort im Bereich optische Technologie. Die Besucher konnten dem Glasbläsermeister Otto Eisner bei seiner Arbeit zuschauen - während des Messetages entstanden eine Reihe von dekorativen Vasen, Gläsern und Schalen in verschiedenen Farben. Zudem stellte das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald die Wertschöpfungskette rund um den Rohstoff Holz vor. Diese Initiative von verschiedenen Landkreisen hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Stellenwert von Holz aus der Region zu erhöhen und so etwas für die regionale Wertschöpfung zu tun.

Der Landrat des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, Josef Niedermaier, stellte ein Marketing-Konzept der besonderen Art vor. Der Landkreis steht ganz unter dem Motto der Kräuter-Erlebnis-Region. Die traditionell gekleideten Kräuterpädagoginnen überzeugten die Besucher von den köstlichen und wohltuenden Möglichkeiten, die die Natur zwischen Isar und Loisach zu bieten hat. Zur Verkostung angeboten wurde etwa Brot mit Blüten oder Kräutern und vor den Augen der Besucher gemischte Kräuterliköre. Besonders begehrt war ein Dreh am Glücksrad, bei dem man nach richtigem Beantworten einer Frage aus dem Bereich der Kräuterkunde kleine Präsente gewinnen konnte.

Sonntag, 25.1.2009: Reges Besucherinteresse am Angebot von Höxter und Oberhavel
Am zehnten und letzten Messetag stand wie schon zu Beginn der IGW ein nordrhein-westfälisch-brandenburgisches Duo auf dem Programm. Die Kreise Höxter und Oberhavel präsentierten sich als attraktive Landkreise mit vielfältigen Spezialitäten und Sehenswertem. Höxter stellte den Messebesuchern unterschiedliche Spezialitäten der Region vor - von Westfälischem Schinken bis zum „Neuheerser Dunkel“, einem im dem kleinen Dorf Neuheerse gebrauten Bier, dessen Vermarktung Teil einer neuen Strategie ist, die Vorzüge des Landlebens in Westfalen besser zu präsentieren. Hierzu leistet auch das Regionalmarketing „Kulturland Höxter“ als Dachmarke für regionale Produkte und Dienstleistungen einen großen Beitrag.

Oberhavel hatte ebenfalls eine Reihe von Angeboten im Gepäck. So verköstigten Mitarbeiter des Bauernmarktes Oberhavel die durstigen Messebesucher mit frischer (Schoko-) Milch und Trinkyoghurt, die aus einer lebensgroßen Holzkuh gezapft wurden. Auch dem Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes Udo Folgart wurde ein Schluck angeboten. Komplettiert wurde das kulinarische Angebot von der vegetarischen Obstbau-Kolonie „Eden“, die den Besuchern ihre wohlschmeckenden Aufstriche anbot.

Daneben bewarben Louise Henriette von Oranien mit Gefolge die in diesem Jahr in Oranienburg stattfindende Landesgartenschau. Darüber hinaus gab es auch an diesem Tag Handwerkskunst zum Anfassen: Christian Richter töpferte vor den Augen der Zuschauer Krüge und Schalen und machte damit auf das Ofen- und Keramikmuseum Velten aufmerksam. Außerdem stellte sich der Ziegeleipark Mildenberg vor, der in einer historischen Anlage ein etwas anderes Konzept eines Erlebnisparks verfolgt und so ein Stück Industriekultur, Technik und Geschichte erlebbar macht.

Auf der Bühne und am Stand konnte zudem Werner Puschmann vom Kreis Höxter, besser bekannt als der Zauberer Wernando Putschino, bestaunt werden. Er verblüffte nicht nur die Messebesucher mit trickreichen Kunststücken, sondern verzauberte auch seinen Landrat Hubertus Backhaus, der auf diese Weise Teil der Bühnenperformance wurde.

Die Hauptgeschäftsstelle blickt insgesamt zurück auf einen abwechslungsreichen und gelungenen Auftritt auf der Grünen Woche mit guten Gesprächen, nützlichen Kontakten und engagierten Kollegen aus den beteiligten Landkreisen. Den während des Messeverlaufs insgesamt über 100 Mitarbeitern, Handwerkern, Unternehmern und Künstlern aus den Kreisen ist es gelungen, unseren Stand einmal mehr zum Leben zu erwecken und das Publikum in den Bann zu ziehen. Für dieses außerordentliche Engagement dankt die Hauptgeschäftsstelle allen Beteiligten. Der DLT wird diese Präsenz auch auf der nächsten Grünen Woche vom 15. bis 24.1.2010 fortführen und den Landkreisen zu gegebener Zeit Gelegenheit zur Teilnahme geben. Wir freuen uns darauf!

 

 

  • Veranstaltungshinweise
    • 21. - 22.11.2017


      Beteiligung in Dörfern und ländlichen Regionen gestalten
       
    • 29. - 30.11.2017


      11. Fortbildungs und Netzwerkkongress für lokales Nachhaltigkeitsengagement
       
    • 24.11.2017


      Informationsveranstaltung zur Afrikanischen Schweinepest
       
    • 29.11.2017


      Die Zukunftsfähigkeit der Einfamilienhausbestände - Problemlagen, Handlungsansätze, Szenarien 2050
       
    • 27. - 28.11.2017


      Tag der kommunalen Jobcenter 2017