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Mittwoch, 21.1.2009: Hohenlohe und Schwäbisch-Hall brachten das Ländle nach Berlin
Am Mittwoch hatte der Deutsche Landkreistag die baden-württembergischen Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch-Hall zu Gast. Sie stellten die Genussregion Hohenlohe mit vielen regionalen Spezialitäten - Wein und Wurst waren nur einige davon - vor und luden die Messebesucher ein, dieses schöne Fleckchen Deutschlands zu besuchen. Attraktiv ist auch das kulturelle Angebot in der Region: Der Hohenloher Kultursommer verbindet anspruchsvolle Musik mit malerischer landschaftlicher Kulisse. Dies wurde für die Besucher am Stand greifbar, als der Harfenbauer Eric Wilhelm Kleinmann aus Rangendingen vor den Augen des interessierten Publikums wichtige Arbeitsschritte bei der Entstehung eines solchen Instruments vorführte. Seine Frau sorgte für die passende musikalische Untermalung auf - natürlich - einer Harfe. Ein Nachtwächter in historischer Kleidung lockte zudem die Besucher an den Stand und stellte außerdem auf der Hallenbühne Nachtwächterlieder und -gedichte als einer der wenigen noch existierenden Vertreter dieser Zunft vor.

Aber auch in sportlicher Hinsicht wurde viel geboten: So präsentierte der Landkreis Schwäbisch-Hall seinen Energieerlebnistrainer - ein modifizierter Heimtrainer mit Schwungrad und Gleichstromgenerator. Die Übersetzung wurde so gewählt, dass bei einer Trittfrequenz von ca. 60 Umdrehungen pro Minute eine Spannung von 12 V erzeugt wird. So konnten die Besucher durch die Bewegungsenergie einen Radiorecorder, einen Halogenstrahler, eine Energiesparlampe und einen Wasserkocher, der von der Leistung her einem Computer entspricht, betreiben. Dies ist Teil eines Projekts, in dem Schüler ab der 5. Klassenstufe über die Möglichkeiten der regenerativen Energieerzeugung informiert werden.

Zudem bot der Deutsche Landkreistag in Kooperation mit der Agrarsozialen Gesellschaft auf der Hallenbühne eine Diskussionsrunde zum Thema Bildung im ländlichen Raum mit dem Titel „Kluge Köpfe braucht das Land“ an. Winfried Willems, Bildungsstaatssekretär im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Ulrich Gerstner, Landrat des Salzlandkreises, Hans-Benno Wichert, Bildungsbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes und Christian Vieth von der Bundesarbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend auf dem Lande sprachen ausführlich über das Bildungsangebot im ländlichen Raum. Es wurde deutlich, dass Bildung neben der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region eine der wichtigsten Zukunftsfaktoren für die Perspektiven ländlicher Gebiete ist. Diskutiert wurden darüber, welche aktuellen Entwicklungen zu beobachten sind, wie sich diese auf Bildung und Qualifizierung auswirken und wie Bildungsstrukturen und -ressourcen in ländlichen Gebieten nachhaltig gesichert werden können. Dabei waren sich alle Beteiligten einig, dass die Schule unbedingt im Dorf bleiben muss.

Donnerstag, 22.1.2009: Raus aufs Land mit Rottal-Inn und Forchheim
Beide bayerischen Landkreise ließen am Donnerstag keinen Zweifel daran, dass sie neben viel Natur auch Kultur, Kulinarik, Gesundheit und Genuss zu bieten haben. Der Landkreis Forchheim aus Oberfranken präsentierte sich mit seinen regionalen Spezialitäten wie bspw. dem sog. Charlemagner, einem Apfelsekt aus der fränkischen Schweiz. Daran erfreuten sich viele Messebesucher. Für einen ganz anderen Genuss sorgte das Trio „Bammersdorfer Dreigesang“, das mehrere Male auf der Hallenbühne seinen schönen a cappella-Gesang vortrug. Außerdem präsentierte Landrat Reinhardt Glauber den Landkreis Forchheim als Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim und informierte die interessierten Besucher, wie es dem im Oktober 2002 gegründeten Netzwerk gelingt, im Wege eines integrierten Regionalmanagements die Region wirtschaftlich zu entwickeln und voranzubringen.

Kulturell ging es beim Landkreis Rottal-Inn zu. Hier präsentierte sich das Theater an der Rott – das einzige landkreiseigene Theater bundesweit – und die Rottal Terme in Bad Birnbach. Das Theater war vertreten durch den Oberspielleiter und den Theaterintendanten, die zur Freude aller auf der Hallenbühne ein historisches Fechtspektakel in voller Montur vorführten. Von der Rottal Terme wurden zudem Sitzmassagen angeboten, was während der Messe durchgängig von vielen Messemüden in Anspruch genommen wurde und ein entspanntes Lächeln auf deren Gesichter zurückkehren ließ.

Freitag, 23.1.2009: Harz und Konstanz spannten weiten thematischen Bogen
Am Freitag luden die Landkreise Harz und Konstanz zu einer Reise vom sachsen-anhaltinischen Mittelgebirge bis hinunter zum Bodensee ein. Das Uhu-Gut Binder bot auf Weißbrot angerichteten geschmolzenen Raclette-Käse an, von dem im Verlauf des Messetages insgesamt 750 Portionen an das Publikum verteilt wurden. Produktion und Vermarktung dieser regionalen Spezialität sind Bestandteil des sog. PLENUM-Konzepts des Landkreises, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Region nachhaltig zu entwickeln und zu stärken.

Nach diesem herzhaften Gaumenschmaus hatten die Messebesucher verständlicherweise Durst, der von den Mitarbeitern des Harzer Unternehmens „Blankenburger Wiesenquell“ umgehend gestillt wurde. Für einen runden Abschluss sorgte dann noch die Harzer Likörfabrik, die ihr großes Sortiment an Obstbränden - von „Ritter Bodo“ bis „Harzer Kräuterhexe“ - zur Verkostung anbot, um den Besuchern den Harz auch geschmacklich näher zu bringen. Von diesen Spezialitäten konnten sich auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der thüringische Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar überzeugen, die vom Harzer Landrat und DLT-Vizepräsidenten Dr. Michael Ermrich an den Stand eingeladen wurden.

Das Programm war aber auch inhaltlich anspruchsvoll, stellte der Landkreis Harz doch ein Modellprojekt zur besseren Versorgung der Region mit Breitbandinternet, das von der Hochschule Harz betreut wird, sowie eine preisgekrönte Initiative zum Ausbau regenerativer Energien (Regenerative Modellregion Harz) vor. Damit passte die erste Initiative hervorragend zur auf der Hallenbühne geführten und vom Deutschen Landkreistag zusammen mit der Agrarsozialen Gesellschaft konzipierten Diskussion mit dem Titel „Wir verbinden...“, die sich mit dem Breitbandausbau im ländlichen Raum befasste. Neben Anne Hartmann, der Bundesvorsitzenden des Bundes der deutschen Landjugend, Hartwig Timpe von der Telekom AG, einem Harzer Breitbandfachmann und einem Unternehmer aus der Region gewährten die Landräte Frank Hämmerle (Konstanz) und Horst Schnur (Odenwaldkreis) Einblick in Stand und Perspektiven der Versorgung ihres jeweiligen Landkreises mit schnellem Internet.

Für die kulturelle Flankierung sorgten an diesem Tag neben der schon aus dem Vorjahr bekannten Harzer Hexe der Harzer Jodlermeister Andreas Knopf mit seiner Singpartnerin Martina Weber sowie das Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt/Quedlinburg, das die Besucher begeisterte und den Messetag mit einem schrillen Schlagerpotpourri beschloss.

Samstag, 24.1.2009: Bad Tölz-Wolfratshausen und Regen verbinden Tradition mit Innovation
Der besucherstarke zweite Samstag wurde von den bayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Regen gestaltet. Regen verband Tradition und Innovation und stellte eine Verbindung her zwischen dem Glashandwerk und dem Landkreis als Forschungsstandort im Bereich optische Technologie. Die Besucher konnten dem Glasbläsermeister Otto Eisner bei seiner Arbeit zuschauen - während des Messetages entstanden eine Reihe von dekorativen Vasen, Gläsern und Schalen in verschiedenen Farben. Zudem stellte das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald die Wertschöpfungskette rund um den Rohstoff Holz vor. Diese Initiative von verschiedenen Landkreisen hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Stellenwert von Holz aus der Region zu erhöhen und so etwas für die regionale Wertschöpfung zu tun.

Der Landrat des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, Josef Niedermaier, stellte ein Marketing-Konzept der besonderen Art vor. Der Landkreis steht ganz unter dem Motto der Kräuter-Erlebnis-Region. Die traditionell gekleideten Kräuterpädagoginnen überzeugten die Besucher von den köstlichen und wohltuenden Möglichkeiten, die die Natur zwischen Isar und Loisach zu bieten hat. Zur Verkostung angeboten wurde etwa Brot mit Blüten oder Kräutern und vor den Augen der Besucher gemischte Kräuterliköre. Besonders begehrt war ein Dreh am Glücksrad, bei dem man nach richtigem Beantworten einer Frage aus dem Bereich der Kräuterkunde kleine Präsente gewinnen konnte.

Sonntag, 25.1.2009: Reges Besucherinteresse am Angebot von Höxter und Oberhavel
Am zehnten und letzten Messetag stand wie schon zu Beginn der IGW ein nordrhein-westfälisch-brandenburgisches Duo auf dem Programm. Die Kreise Höxter und Oberhavel präsentierten sich als attraktive Landkreise mit vielfältigen Spezialitäten und Sehenswertem. Höxter stellte den Messebesuchern unterschiedliche Spezialitäten der Region vor - von Westfälischem Schinken bis zum „Neuheerser Dunkel“, einem im dem kleinen Dorf Neuheerse gebrauten Bier, dessen Vermarktung Teil einer neuen Strategie ist, die Vorzüge des Landlebens in Westfalen besser zu präsentieren. Hierzu leistet auch das Regionalmarketing „Kulturland Höxter“ als Dachmarke für regionale Produkte und Dienstleistungen einen großen Beitrag.

Oberhavel hatte ebenfalls eine Reihe von Angeboten im Gepäck. So verköstigten Mitarbeiter des Bauernmarktes Oberhavel die durstigen Messebesucher mit frischer (Schoko-) Milch und Trinkyoghurt, die aus einer lebensgroßen Holzkuh gezapft wurden. Auch dem Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes Udo Folgart wurde ein Schluck angeboten. Komplettiert wurde das kulinarische Angebot von der vegetarischen Obstbau-Kolonie „Eden“, die den Besuchern ihre wohlschmeckenden Aufstriche anbot.

Daneben bewarben Louise Henriette von Oranien mit Gefolge die in diesem Jahr in Oranienburg stattfindende Landesgartenschau. Darüber hinaus gab es auch an diesem Tag Handwerkskunst zum Anfassen: Christian Richter töpferte vor den Augen der Zuschauer Krüge und Schalen und machte damit auf das Ofen- und Keramikmuseum Velten aufmerksam. Außerdem stellte sich der Ziegeleipark Mildenberg vor, der in einer historischen Anlage ein etwas anderes Konzept eines Erlebnisparks verfolgt und so ein Stück Industriekultur, Technik und Geschichte erlebbar macht.

Auf der Bühne und am Stand konnte zudem Werner Puschmann vom Kreis Höxter, besser bekannt als der Zauberer Wernando Putschino, bestaunt werden. Er verblüffte nicht nur die Messebesucher mit trickreichen Kunststücken, sondern verzauberte auch seinen Landrat Hubertus Backhaus, der auf diese Weise Teil der Bühnenperformance wurde.

Die Hauptgeschäftsstelle blickt insgesamt zurück auf einen abwechslungsreichen und gelungenen Auftritt auf der Grünen Woche mit guten Gesprächen, nützlichen Kontakten und engagierten Kollegen aus den beteiligten Landkreisen. Den während des Messeverlaufs insgesamt über 100 Mitarbeitern, Handwerkern, Unternehmern und Künstlern aus den Kreisen ist es gelungen, unseren Stand einmal mehr zum Leben zu erwecken und das Publikum in den Bann zu ziehen. Für dieses außerordentliche Engagement dankt die Hauptgeschäftsstelle allen Beteiligten. Der DLT wird diese Präsenz auch auf der nächsten Grünen Woche vom 15. bis 24.1.2010 fortführen und den Landkreisen zu gegebener Zeit Gelegenheit zur Teilnahme geben. Wir freuen uns darauf!

 

 

  • Veranstaltungshinweise
    • 21. - 22.11.2017


      Beteiligung in Dörfern und ländlichen Regionen gestalten
       
    • 29. - 30.11.2017


      11. Fortbildungs und Netzwerkkongress für lokales Nachhaltigkeitsengagement
       
    • 24.11.2017


      Informationsveranstaltung zur Afrikanischen Schweinepest
       
    • 29.11.2017


      Die Zukunftsfähigkeit der Einfamilienhausbestände - Problemlagen, Handlungsansätze, Szenarien 2050
       
    • 27. - 28.11.2017


      Tag der kommunalen Jobcenter 2017