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Vom Heeresflugplatz zum Gewerbepark take off: Neuhausen ob Eck als Beispiel einer gelungenen Konversion

Wo man früher für optimale Standortbedingungen der Hubschrauberflotte der Bundeswehr gesorgt hat, kümmert man sich heute um das Wohl von Existenzgründern und expandierenden Unternehmen. Der interkommunale Gewerbepark »take off« bei Nauhausen ob Eck ist ein Paradebeispiel gelungener »Konversion«. Mehrere glückliche Umstände tragen dazu bei. Als die Heeresflieger zum April 1994 den 1966 gegründeten Heeresflugplatz Neuhausen ob Eck räumten und damit rund tausend Bürger in Uniform mit ihren Angehörigen den Standort verließen, herrschte zunächst einmal Ratlosigkeit. Doch weitsichtige kommunale Verantwortungsträger verhinderten das befürchtete Fiasko in der infrastrukturell wie topografisch wenig begünstigten Gegend. Mit ihrem Bekenntnis zu gemeinsamer Verantwortung gelang es der Stadt Tuttlingen und der Gemeinde Neuhausen ob Eck zügig, den »gordischen Knoten« zu zerschlagen. Als interkommunales Projekt der Stadt Tuttlingen und der Gemeinde Neuhausen ob Eck entstand 1997 der Gewerbepark »take off«. Der Zweckverband Gewerbepark Neuhausen ob Eck/Tuttlingen erwarb 1997 das insgesamt 143 Hektar große Areal vom Bund und ist seither Eigentümer der Gewerbeparkfläche. Man suchte und fand mit dem Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des take-off-Gewerbeparks einen »Macher«, der militärpolitische Zwänge als kommunal- und wirtschaftspolitische Chance begriff. Und diese seither zur Zufriedenheit der beteiligten Partner systematisch nutzt. Mit immer neuen Ideen und dem sprichwörtlichen Glück des Tüchtigen.

Seine erste Vision ist bereits zur Hälfte in die Tat umgesetzt. Auf dem besten Weg, in gut 15 Jahren rund 70 Hektar bebaubare Fläche »unter Dach und Fach« zu bringen, erhärten derzeit bereits an die 60 Unternehmen die ehrgeizige Zielvorstellung. Den überwiegenden Teil der Mieter und Eigentümer stellen kleine Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern. Die Spannweite reicht vom Ein-Mann-Betrieb bis zur ausgelagerten »Produktions-Filiale« bedeutender Tuttlinger Arbeitgeber mit Niederlassungen, in denen bis zu 300 Mitarbeiter beschäftigt sind. »Eine gesunde Mischung«, freut sich Geschäftsführer Herbert Baur über die erfolgreiche Entwicklung.

»Wir sind mehr als ein Verkäufer von Bauland«, beschreibt der ehemalige Bänker das Anspruchs-Profil von »take-off«. Und unterstreicht mit attraktiven Rahmenbedingungen das Selbstverständnis der Betreibergesellschaft als Rundum-Dienstleister. Da ist eben nicht nur die einmalige infrastrukturelle Vorgabe. Ein Flugplatz mit Tower und eine Start- und Landebahn mit einem Kilometer Länge. Entkernte Lagerhallen und Verwaltungs-Immobilien, ehemalige Sportanlagen, Kasernengebäude, öffentliche Wege und Plätze mit all ihren Möglichkeiten der Umnutzung. Da wollen die Bedürfnisse der Interessenten und Kunden möglichst optimal und vor allem kostengünstig eingepasst werden in das vorhandene Angebot. »Je schneller und treffsicherer man den Bedarf des Kunden auf den Punkt bringt, desto punktgenauer lässt sich die Problemlösung nach Maß für ihn stricken.«

»All inclusive«. Der komplette Rundum-Service ist im Neuhausener take-off-Gewerbepark inbegriffen, sobald man in die direkt von der B 311 zu erreichende Einfahrt biegt. Allenfalls der Abgrenzungs-Maschenzaun und ein Dutzend bunter Windsäcke erinnern noch an die einstige Heeresflieger-Kaserne. Auch im Falle »take-off« gilt: »Wer nicht wirbt, der stirbt.«  Die Region muss wissen, dass hier oben nicht nur eine beleuchtete Schafweide vorzufinden ist, sondern ein mit allen nur denkbaren Raffinessen ausgestattetes Arbeitsumfeld. So ist auch das sommerliche »Southside-Festival« aus Sicht der Betreiber nicht allein ein Massenspektakel mit Magnetkraft. Es lenkt bundesweit das Augenmerk auch auf den Gewerbepark. Und in die Rubrik »Werbung« reihen sich auch Kunstausstellungen und andere öffentlichkeitswirksame Regional-Veranstaltungen. Den Ausschlag für eine Unternehmens-Ansiedlung gibt meist eine Mischung aus atmosphärisch-positiven Eindrücken vor Ort und natürlich die Mundpropaganda. »Das vertraglich unterstützte gut nachbarschaftliche Klima und Maßnahmen wie Appartement-Wohnungen für Kunden oder Mitarbeiter verfehlen ihre Langzeitwirkung nicht«, kommentiert der Geschäftsführer die geschäftsfördernde Hilfestellung.  »Nicht nur für den Global Player ist eine kostengünstige, komfortable und arbeitsplatznahe Wohnung auf Zeit eine interessante Option.«

An vorderster Stelle rangiert die »Kundenorientierung«. Auch hier die verlässliche Botschaft: Take-off verkauft und vermietet keine leer stehenden Räume und Brachflächen, sondern funktionierende Produktionseinheiten, individuell maßgeschneidert. Aufgrund der Vielzahl von Variationsmöglichkeiten in den bereits bestehenden Immobilien des Gewerbeparks kann der angemietete Raum mit dem Unternehmen mitwachsen. Oder – falls die Geschäfte mal in der Flaute sind – schon auch mal gesundschrumpfen. Flexibilität als Geschäftsprinzip.

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