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  • 2. Tag der Optionskommunen in Berlin:

    Optimierung der Abläufe in den Optionskommunen

    Die 69 Landkreise und Städte, die Langzeitarbeitslose in Eigenregie betreuen und vermitteln, hatten heute nach Berlin zum 2. Tag der Optionskommunen eingeladen. Auf der mit über 150 Teilnehmern aus Landkreisen, Städten, Bundestag, Verbänden, Wissenschaft und Medien sehr gut besuchten Veranstaltung fand auch und gerade vor dem Hintergrund der derzeit heftig diskutierten Neuorganisation im SGB II ein Austausch über die Erfahrungen der Optionskommunen statt. Veröffentlicht wurde in diesem Zusammenhang der aktuelle Benchmarking-Bericht der Optionskommunen für das Jahr 2008. Die 69 Optionskommunen haben sich seit Anfang 2006 unter dem Motto „Lernen von den Besten“ in einem gemeinsamen Benchmarking-Prozess zusammengeschlossen, um die eigenen Leistungsabläufe und -strukturen miteinander vergleichen und voneinander lernen zu können. Im Rahmen des Benchmarking erfolgt ausschließlich ein Vergleich der 69 Optionskommunen untereinander, ein Vergleich mit anderen Organisationsmodellen – den Arbeitsgemeinschaften und den Trägern in getrennter Trägerschaft – ist nicht vorgesehen.

    Ein besonderer Schwerpunkt lag in der Veranstaltung auf den sozialen Leistungen der Optionskommunen wie Kinderbetreuung, Schuldner- oder Suchtberatung. Stärke der 69 Optionskommunen und damit der kommunalen Gesamtverantwortung für das SGB II generell ist hierbei etwa die Verknüpfung von Arbeitsmarktintegration mit sozialer Integration sowie die Erfahrung im Umgang mit schwierigen Zielgruppen. Oft sind es komplizierte soziale Vermittlungshemmnisse, die zuerst beseitigt werden müssen, bevor an eine Arbeitsintegration überhaupt zu denken ist. Die Langzeitarbeitslosen weisen oftmals Probleme im persönlichen und sozialen Bereich auf. Es hat sich gezeigt, dass die Instrumente der klassischen Arbeitsförderung oftmals nur wenig geeignet sind, diese Personengruppen in Arbeit zu vermitteln.

    In den Optionskommunen wird das Angebot sozialer Leistungen in breiter Vielfalt genutzt und anknüpfend an bestehende Strukturen und Formen der Zusammenarbeit bedarfsbezogen weiterentwickelt. Im Fokus steht die Herausforderung, dass eine Integration in Arbeit immer dann durch eine angemessene und schnell bereit stehende soziale Leistung unterstützt wird, wenn dies für den Integrationsprozess förderlich oder notwendig ist.

    Darüber und über die künftigen Herausforderungen am Arbeitsmarkt und in der Sozialpolitik wird am Nachmittag zudem eine prominente Runde aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutieren, an der auch FDP-Generalsekretär Dirk Niebel teilnimmt.

    Berlin, den 19. März 2009