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  • Pressemitteilung vom 30. November 2010

strommastAusbau des Energienetzes muss Interessen des ländlichen Raumes berücksichtigen

Der Deutsche Landkreistag hat anlässlich der Sitzung seines Präsidiums gefordert, in ländlichen Gebieten auf Dauer flächendeckend eine bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten. Außerdem müssten beim erforderlichen Netzausbau den Interessen der Landkreise als Wirtschaftsstandort und touristischem Reiseziel sowie den Belangen der Bevölkerung angemessen Rechnung getragen werden. Landrat Hans Jörg Duppré sagte: „An dieser Stelle bedarf das zu begrüßende Energiekonzept der Bundesregierung unbedingt einer Ergänzung. Die Landkreise investieren bereits seit Jahren in die zukünftige Energieversorgung und tragen als Lieferanten Erneuerbarer Energien und Betroffene bei der Errichtung von neuen Netzen und Speicherkapazitäten Lasten, die berücksichtigt werden müssen.“

Die 301 Landkreise seien in vielfältiger Weise im Bereich der Erneuerbaren Energien aktiv: „Sie entwickeln vielfach regionale Energiekonzepte, die eine möglichst weitgehende Versorgungsautonomie für das Kreisgebiet anstreben. Insbesondere die Stromgewinnung und -erzeugung aus Wasserkraft, Windenergie und Biomasse kommt in großem Umfang praktisch nur im ländlichen Raum in Betracht. Nur hier stehen die Flächen zur Verfügung, die für die Errichtung dezentraler Energiegewinnungsanlagen benötigt werden“, so Duppré. Auch betreffe die Errichtung von Energiespeichern die Fläche in besonderer Weise, weil derartige Anlagen nicht in Ballungszentren errichtet würden. „Daher muss beispielsweise die Auswahl der Standorte und Leitungstrassen mit großer Sorgfalt erfolgen. Das bedeutet auch, Kompensationsmaßnahmen vorzusehen, wenn Belastungen unvermeidbar sind.“

Generell müsste auch der ländliche Raum von den Vorteilen der Energiewende profitieren. „Nötig ist ein deutliches Bekenntnis der Bundesregierung zum Prinzip der flächendeckenden Versorgung bei bundesweiter Gleichpreisigkeit“, so Duppré. Darauf komme es Landkreisen, Wirtschaftsunternehmen und Bevölkerung im ländlichen Raum gleichermaßen an. „Es ist schlicht nicht zu vermitteln, wenn die Fläche einerseits neue Belastungen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit zu tragen hat und sie andererseits über höhere Energiepreise stärker zur Kasse gebeten wird“, so Duppré abschließend.