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  • Pressemitteilung vom 2. November 2011

wrfel job kleinEntwicklung der Hartz IV-Empfängerzahlen im Oktober
Niedrigster Stand seit 2006 – aber noch immer über 6 Mio.

Der Deutsche Landkreistag hat heute die SGB II-Empfängerzahlen (Hartz IV) für den Monat Oktober veröffentlicht. Danach befindet sich die Zahl der Leistungsbezieher auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2006, verharrt aber auf unverändert hohem Niveau bei 6,21 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang 5,0 %, bezogen auf den Zeitraum der letzten fünf Jahre insgesamt 15 %. Der Deutsche Landkreistag forderte daher vor dem Hintergrund der in diesem Monat anstehenden Haushaltsberatungen für das Eingliederungsbudget, die neuerlich vorgeschlagenen Mittelkürzungen für 2012 zu unterlassen.

Der Vergleich zum Oktober 2006 – also fünf Jahre zurück, als das SGB II das unruhige Anfangsjahr hinter sich hatte – zeigt folgende mittelfristige Entwicklung:

  • Gegenüber den damals 7,3 Mio. Menschen hat sich bundesweit ein Rückgang um 15,0 % ergeben.
  • Zugleich ist die Arbeitslosigkeit insgesamt in diesem Zeitraum um 33 % – also mehr als doppelt so stark – gesunken (von 4,084 Mio. auf nun 2,737 Mio.).
  • Die Langzeitarbeitslosigkeit hat sich in den letzten fünf Jahren von 1,7 auf 0,94 Mio. nahezu halbiert.
  • Zugleich weisen die die SGB II-Kennzahlen aus, dass 3,2 Mio. Menschen innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 21 Monate im SGB II-Leistungsbezug standen und somit als Langzeitleistungsbezieher gelten.
  • Die größten Rückgänge bei der Hilfebedürftigkeit sind in Thüringen mit 28,8 % und Mecklenburg-Vorpommern mit 28,1 % zu verzeichnen. In den westlichen Bundesländern weist ausschließlich Bayern – trotz des niedrigen Niveaus – einen ähnlich hohen Rückgang um 22,6 % auf.

Die aktuelle Entwicklung ist im Einzelnen durch folgende Eckdaten gekennzeichnet:

  • Im Oktober befanden sich nach den hochgerechneten Daten weiterhin rd. 6,21 Mio. Menschen im Leistungssystem SGB II (Hartz IV). Gegenüber dem Allzeithoch im Mai 2006 ergibt sich ein Rückgang von 1,23 Mio. Menschen.
  • Die Hilfebedürftigkeit im SGB II spreizt sich zwischen 3,4 % der Einwohner in Bayern und 16,8 % in Berlin. Die Stadtstaaten weisen insgesamt mit 14,5 % gegenüber den Flächenländern im Westen mit 6,3 % den höchsten Wert auf.
  • Gegenüber dem Vormonat September ist der Bestand ganz geringfügig um 0,2 % gesunken  (Rückgang um rd. 11.500 Leistungsberechtigte).
  • Gegenüber dem Vorjahresmonat Oktober 2010 liegt ein Rückgang um rd. 5,0 % vor.
  • Gegenüber dem Vorjahresmonat Oktober 2010 sind die Zahlen in den Stadtstaaten am geringsten (-2,2 %), in den östlichen Flächenländern am stärksten (-6,4 %) zurückgegangen.

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Quelle: Statistik der BA, Bedarfsgemeinschaften und deren Mitglieder Oktober 2010, Eckwerte der Grundsicherung SGB II, September, Oktober 2011 und Statistisches Bundesamt 2011, Gemeindeverzeichnis 31.12.2010

Der Deutsche Landkreistag veröffentlicht monatlich – parallel zur Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit – die Darstellung der Empfängerzahlen für das SGB II und damit auch für den gesamten Bereich der Langzeitarbeitslosen einschließlich ihrer Familien. Weitergehende Informationen sind im Statistikauftritt der Bundesagentur, die die amtliche Statistik für das SGB II führt, verfügbar.

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