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  • Pressemitteilung vom 29. September 2011

hobelEntwicklung der SGB II-Empfängerzahlen im September
Keine Grundlage für massive Kürzungen

Der Deutsche Landkreistag hat heute die Daten zur Entwicklung der Hartz IV-Empfängerzahlen mit den Länderwerten für den Monat September veröffentlicht. Die Entwicklung der Leistungsempfängerzahlen rechtfertigt die bereits in diesem Jahr vollzogenen und erneut für das nächste Jahr geplanten erheblichen Mittelkürzungen bei den Eingliederungsleistungen (ca. jeweils um 20 %) in keiner Weise. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang der Leistungsempfängerzahlen 5,7 %, in den letzten fünf Jahren insgesamt 15,0 %. Die in der Öffentlichkeit und in der Politik erfolgende Fokussierung auf die stärker zurückgehende Arbeitslosigkeit verliert damit nach Auffassung des Deutschen Landkreistages die sozialen Probleme aus dem Blick.

Der Deutsche Landkreistag berichtet die Entwicklung der Hartz IV-Empfängerzahlen im September in den Bundesländern. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede, die bei der SGB II-Umsetzung wie bei den anstehenden Haushaltsberatungen berücksichtigt werden müssen.

5-Jahres Bilanz:
Der Vergleich zum September 2006 – fünf Jahre zurück, als das SGB II das unruhige Anfangsjahr hinter sich hatte – zeigt folgende mittelfristige Entwicklung:
  • Gegenüber den damals 7,3 Mio. Menschen hat sich bundesweit ein Rückgang um 15,0 % ergeben.
  • Zugleich ist die Arbeitslosigkeit insgesamt in diesem Zeitraum um 34 % - also mehr als doppelt so stark gesunken (4,238 Mio. 2006 auf nun 2,796 Mio.).
  • Die Stadtstaaten haben dabei die Zahl der Hilfebedürftigen im SGB II lediglich um 6,0°%, die Flächenländer im Westen um immerhin 12,5 % und die östlichen Flächenländer sogar um 25,3 % vermindern können.

Die aktuelle Entwicklung ist im Einzelnen durch folgende Eckdaten gekennzeichnet:

Im September befanden sich nach den hochgerechneten Daten weiterhin rd. 6,23 Mio. Menschen im Leistungssystem SGB II (Hartz IV).

  • Die Hilfebedürftigkeit im SGB II spreizt sich zwischen 3,4 % der Einwohner in Bayern und 17,0 % in Berlin. Die Stadtstaaten weisen insgesamt mit 14,6 % Hilfebedürftigkeit gegenüber den Flächenländern im Westen mit 6,3 % den höchsten Wert auf. Die östlichen Länder liegen mit 10,9 % in der oberen Mitte.
  • Gegenüber dem Vormonat August ist der Bestand geringfügig um 1,0 % gesunken (Rückgang um rd. 60.000 Leistungsberechtigte).
  • Gegenüber dem Vorjahresmonat September 2010 liegt ein Rückgang um rd. 5,7 % vor.
  • Gegenüber dem Vorjahresmonat September 2010 sind die Zahlen in den Stadtstaaten am geringsten (-2,7 %), in den östlichen Flächenländern am stärksten (-6,8 %) zurückgegangen. Der Rückgang in den westlichen Flächenländern betrug immerhin 5,9 % und liegt knapp unter dem Bundesdurchschnitt.
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Quelle: Statistik der BA, Bedarfsgemeinschaften und deren Mitglieder September 2010, Eckwerte der Grundsicherung SGB II, August, September 2011 und Statistisches Bundesamt 2009, Gemeindeverzeichnis 31.12.2009

Der Deutsche Landkreistag veröffentlicht monatlich – parallel zur Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit – die Darstellung der Empfängerzahlen für das SGB II und damit auch für den gesamten Bereich der Langzeitarbeitslosen einschließlich ihrer Familien. Weitergehende Informationen sind im Statistikauftritt der Bundesagentur, die die amtliche Statistik für das SGB II führt, verfügbar.


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