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  • Pressemitteilung vom 15. April 2008

Tagung zum Projekt „Erfolgsbedingungen von Wachstumsmotoren außerhalb der Metropolen“ am 15.04.2008 in Berlin

Deutschland profitiert von vielen kleineren Wachstumsregionen

Wie kann die Raumordnung die Nutzung der wirtschaftlichen, natürlichen und soziokulturellen Potenziale Deutschlands, seiner Städte und Regionen für mehr Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung noch gezielter unterstützen? Was sind die Faktoren, die langfristig eine dynamische Entwicklung von Regionen ermöglichen und sichern? Darüber diskutierten am 15. April 2008 rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung in Berlin. Eingeladen hatten das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), um mit Unterstützung des Deutschen Landkreistages die Ergebnisse des vom Bund finanzierten Forschungsprojektes „Erfolgsbedingungen von Wachstumsmotoren außerhalb der Metropolen“ vorzustellen, das vom Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der TU Kaiserslautern durchgeführt wurde.

„Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind nur im Miteinander der Regionen, von Stadt und Land zu bewältigen. Gerade die erfolgreiche Entwicklung kleinerer Wachstumsregionen müssen in der Politik und Öffentlichkeit mehr Beachtung finden“ stellte Dr. Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, fest. Dr. Lütke Daldrup weiter: „Auch wenn oft die Metropolregionen bzw. großstädtischen Agglomerationsräume im Mittelpunkt des politischen Diskurses stehen, so tragen dynamische Wachstumsräume außerhalb der Metropolregionen genauso zu wirtschaftlichem Wachstum bei. Die Beispiele zeigen, wie selbst unter ungünstigen Ausgangsbedingungen Wachstum und zukunftsfähige Entwicklungen einer Region möglich sind. Das sollte anderen Regionen Mut machen, aktiv und selbstbewusst vorhandene Potenziale und Möglichkeiten zu nutzen.“

Frau Prof. Dr. Troeger-Weiß von der Technischen Universität Kaiserslautern, die die Untersuchung in den Beispielregionen Bamberg, Cham, Emsland und Ohrekreis durchführte, stellte die wichtigsten Einflussfaktoren auf die regionale Entwicklung vor. Sie hob hervor, das Projekt habe gezeigt, dass umfassende Entwicklungsstrategien, in die alle wesentlichen Akteure des Raumes eingebunden sind, wesentliche Garanten für ein erfolgreiches Wachstum in den verschiedenen Aufgabenbereichen darstellen. Dabei ist aufgrund der Langfristigkeit erfolgreicher Wachstumsprozesse ein „langer Atem“ erforderlich und nicht eine auf kurzfristige Effekte abzielende Regionalpolitik. Zudem sind verschiedene Handlungsfelder eng aufeinander abzustimmen und die Entwicklung muss von den regionalen Akteuren vor Ort initiiert und „selbst in die Hand genommen“ werden. Die untersuchten Beispiele können auch für andere Regionen Vorbilder sein.

Aus Sicht der Landkreise betonte der Präsident des Deutschen Landkreistages (DLT), Landrat Hans Jörg Duppré, dass es darum gehe, die Attraktivität ländlicher Regionen zu erhalten: „Das heißt in erster Linie, Arbeitsplätze auch in der Fläche anzusiedeln. Gerade in der dezentralen Siedlungsstruktur Deutschlands liegt eine Stärke, sowohl bezogen auf regionale Identität als auch wirtschaftliches Potenzial. Daran muss angeknüpft und weiter daran gearbeitet werden, die Bedingungen zur Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen zu verbessern.“ Die Notwendigkeit der vollständigen Erschließung der Fläche mit Breitbandinternet sei nur ein Beispiel dafür, wovon die Frage der Wahl eines Standortes abhänge, so Duppré. Zudem sei die Bildungs- und Schulinfrastruktur ein wesentlicher Faktor für Wachstum im ländlichen Raum ist: „Bildung bereitet den Nährboden für das wichtigste Kapital des ländlichen Raumes: Das Wissen und Können seiner Bürger.“

Bei Interesse sind weitere Informationen auf den Internetseiten (Modellvorhaben) des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung unter www.bbr.bund.de abrufbar.